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Wasser ist eine der wichtigsten Lebensgrundlagen für Pflanzen. Bleibt der Regen über längere Zeit aus, leiden zunächst Gärten und Felder – bei anhaltender Dürre geraten jedoch auch Wälder, Grundwasserreserven und ganze Landschaften unter Druck. Dabei kommt es nicht allein darauf an, wie viel Niederschlag fällt. Ebenso entscheidend ist, ob das Wasser langsam in den Boden eindringen kann oder bei Starkregen ungenutzt abfließt.

Roland Schmidt erklärt, wie Dürre entsteht, weshalb das Winterhalbjahr für den Wasserhaushalt so wichtig ist und welche langfristigen Folgen die zunehmende Trockenheit für Mitteleuropa haben kann.

Wärme, Licht und Wasser als Lebensgrundlagen

Drei Faktoren sind für das pflanzliche Leben auf unserer Erde von grundlegender Bedeutung: Wärme, Licht und Wasser. Dass zu niedrige Temperaturen das Pflanzenwachstum zum Erliegen bringen, können wir in unserer Klimazone in jedem Winterhalbjahr beobachten und ebenso klar ist, dass die Photosynthese der Pflanzen nur mit Hilfe von Licht funktionieren kann. Doch so zuverlässig wie sich die Erde um die Sonne bewegt, kehren Wärme und Licht in jedem Frühjahr zurück und lassen die Pflanzen wieder gedeihen. Es sei denn, es fehlt an der dritten Zutat, dem Wasser.

Es wird in den mittleren Breiten der Erde, in denen auch Mitteleuropa liegt, meist zuverlässig in Form von Niederschlag geliefert. Dieser Niederschlag wird vom Erdboden je nach Beschaffenheit unterschiedlich schnell aufgenommen, abgeleitet oder gespeichert, daraus resultiert die Nutzbarkeit der Böden für Ackerbau, Grünland und Wald. Aber auch Besonderheiten wie Moore, Feuchtwiesen, Trockenrasen und Sandflächen sind auf die Versorgung mit der passenden Menge von Wasser angewiesen.

Wenn vertraute Klimamuster ins Wanken geraten

Im Laufe der Jahrhunderte hat der Mensch für jede Klimazone die geeigneten Nutzformen entwickelt und verfeinert, solange das Klima beständig war, konnte er sich auf diese erprobten Möglichkeiten verlassen. Natürlicherweise gab es auch in einem stabilen Klima Schwankungen, die sowohl deutlich zu trockene als auch viel zu nasse Jahre umfassten, dennoch blieben die Extreme seltene Ausnahmen.

Doch seit etwa vierzig Jahren haben sich die Verhältnisse verändert: Immer öfter treten außergewöhnliche Zustände auf, die den Rahmen des Bekannten sprengen. Waren es vor mehreren Jahren die gewaltigen Regenmengen, die im Juli zur Hochwasserkatastrophe im Ahrtal führten, sind es nun wieder fehlender Regen und fallende Wasserstände, die das hydrologische Bild von Deutschland prägen.

Trockenheitsstress beginnt im Oberboden

Am frühesten zeigen sich Dürrephasen im obersten Teil der Bodenschicht, in dem viele Pflanzen wurzeln. Dieser Oberboden, der bis in eine Tiefe von 25 cm reicht, reagiert besonders schnell auf meteorologische Extreme: Intensiver Sonnenschein, hohe Temperaturen und beständig wehender Wind lassen ihn rasch austrocknen, schon nach einer Woche mit solchen Wetterbedingungen kann sich deshalb Trockenheitsstress an den Pflanzen zeigen.

Blätter rollen sich ein oder fallen ab, Blüten vertrocknen und Früchte verkümmern. Dennoch lassen sich solche Schäden noch relativ schnell kompensieren, wenn dann ausreichend Niederschlag fällt. Doch dabei wird ein weiteres, immer häufiger auftretendes Problem sichtbar: Die Niederschlagsmenge allein ist nicht aussagekräftig, entscheidend ist, in welcher Form der Niederschlag den Boden erreicht.

Warum Starkregen eine Dürre kaum lindert

Heftige Gewitterschauer können in kurzer Zeit enorme Wassermassen liefern, doch eine Dürre lindern sie nicht nachhaltig. Denn auf den durch die Trockenheit verhärteten Böden fließen sie einfach oberflächlich ab, nur ein kleiner Teil befeuchtet die Wurzelschicht der Pflanzen. Oft werden sogar durch Starkregenereignisse große Teile des Oberbodens, den die schwachen Wurzeln nicht mehr halten können, mitgerissen und abgeschwemmt.

Viel zu selten werden Dürrephasen durch einen anhaltenden, gleichmäßigen Landregen geheilt, der die Böden langsam aufweicht und so das Wasser in tiefere Schichten vordringen lässt.

Das Winterhalbjahr entscheidet über das Grundwasser

Für den Gesamtboden, der bis in eine Tiefe von rund 1,8 Meter reicht, sind solche sommerlichen Niederschlagsereignisse meist ohne Bedeutung, saugen doch die Pflanzen mit ihren Wurzeln den allergrößten Teil des himmlischen Nass auf, bevor es in tiefere Lagen einfließen kann.

Hier ist es vor allem das Winterhalbjahr, das entscheidenden Einfluss ausübt, denn dessen Niederschläge können, dank ruhender Pflanzen, weiter nach unten vordringen. Sie sind es deshalb auch, die die Neubildung von Grundwasser ermöglichen – ist der Winter zu trocken, kann sich schon früh Dürre im Boden ausbreiten.

So schuf der viel zu trockene Dezember 2025 bereits die Basis für den Wassermangel, den der Gesamtboden besonders in Süddeutschland seit Monaten zeigt. Ein Bild, das sich durch die Hitzewellen der letzten Wochen ständig weiter verdunkelt hat und auf den Seiten des Helmholtzzentrums für Umweltforschung in seiner extremen Ausprägung zu sehen ist.

Solche Dürren, die selbst den tiefwurzelnden Pflanzen in immer stärkerem Maße das Wasser entziehen, können die Landschaft Mitteleuropas dauerhaft verwandeln – das Fichtensterben nach den Dürresommern von 2018 und 2020 könnte dafür nur ein Vorbote gewesen sein.

Niederschlag messen und Trockenphasen besser einschätzen

Wie viel Regen tatsächlich im eigenen Garten fällt, lässt sich mit einem Regenmesser zuverlässig feststellen. Das ist gerade während längerer Trockenperioden hilfreich, denn kurze, kräftige Schauer werden leicht überschätzt. Ein Millimeter gemessener Niederschlag entspricht einem Liter Wasser pro Quadratmeter. Mit den Regenmessern von TFA Dostmann können Sie die Niederschlagsmenge direkt an Ihrem Standort kontrollieren – je nach Bedarf analog oder digital.

Besonders vielseitig ist das neue TFA.me WLAN-System. In Verbindung mit dem passenden Regensender erfasst es den Niederschlag am eigenen Standort und stellt die Messwerte online bereit. So können Sie die Daten jederzeit am Smartphone, Tablet oder PC abrufen, über längere Zeiträume auswerten und Entwicklungen besser erkennen. Auch Verlaufsgrafiken, Datenexporte und individuelle Alarmmeldungen sind möglich.

Ob ein kurzer Schauer nur die Oberfläche befeuchtet hat oder tatsächlich eine ergiebige Regenmenge gefallen ist, lässt sich damit objektiv beurteilen. So liefern die eigenen Messwerte eine wertvolle Grundlage, um Trockenphasen richtig einzuschätzen und Pflanzen bedarfsgerecht zu bewässern.



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