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Was ist Luftfeuchtigkeit?

Als Luftfeuchtigkeit bezeichnen wir den Anteil des Wasserdampfes in der Umgebungsluft. Luftfeuchtigkeit ist ein Begriff, der uns in allen Lebenslagen begegnet, da viele Alltagsphänomene und unser Wohlbefinden direkt von ihr beeinflusst werden. Nasse Wäsche wird an der Luft trocken, Brillengläser beschlagen, wenn wir von der Kälte ins Warme kommen und wir diskutieren, wie die Luftfeuchte in Wohnräumen und im Schlafzimmer sein muss, dass sie angenehm und für die Schleimhäute optimal ist. Im Kontext mit Schimmel beschäftigen wir uns mit dem Thema Luftfeuchtigkeit, da höhere Werte das Schimmelwachstum fördern.
Auch für die Wettervorhersage spielt die Luftfeuchtigkeit eine bedeutende Rolle, denn die Werte geben Aufschluss über die Bildung von Nebel, Tau und Wolken.

Wenn Sie von einer optimalen Luftfeuchtigkeit in Wohnräumen lesen oder hören, ist in der Regel die relative Luftfeuchtigkeit gemeint. Da warme Luft mehr Wasserdampf aufnimmt als kalte, betrachten wir ein weiteres Feuchtemaß: die absolute Luftfeuchtigkeit.

Was ist die absolute Luftfeuchtigkeit?

Wenn wir wissen möchten, wie viel Wasser sich tatsächlich in der Luft befindet, betrachten wir die absolute Luftfeuchtigkeit. Diese wird in g/m3 angegeben. Für verschiedene physikalische Berechnungen, wie zum Beispiel zur Berechnung der relativen Luftfeuchte, ist die absolute Luftfeuchtigkeit eine wichtige Größe, im Alltag jedoch weniger relevant.
Wenn Sie von einer optimalen Luftfeuchtigkeit in Wohnräumen lesen oder hören, ist in der Regel die relative Luftfeuchtigkeit gemeint.

Was ist die relative Luftfeuchtigkeit?

Die relative Luftfeuchtigkeit beschreibt, wie viel Prozent der Luft mit Wasserdampf gesättigt ist, ausgehend von der maximal möglichen Wasserdampfmenge.

Was passiert bei 100% Luftfeuchtigkeit?

Steigt die relative Luftfeuchtigkeit auf 100 %, so ist die Luft vollständig mit Wasserdampf gesättigt. Die Luft nimmt ab diesem Punkt keinen weiteren Wasserdampf mehr auf. Sobald der Sättigungspunkt überschritten wird, schlägt sich die überschüssige Feuchtigkeit nieder, in Form von Kondenswasser oder auch Nebel.

Die Temperatur der Luft bestimmt, wie viel Wasserdampf die Luft aufnehmen kann. Hier kommen wir gleich zu einem weiteren wichtigen Bestandteil zur Interpretation von Luftfeuchte: dem Taupunkt.

Was ist der Taupunkt?

Warme Luft nimmt mehr Wasserdampf auf als kalte. Wenn die Umgebungsluft abkühlt, dabei die absolute Luftfeuchtigkeit unverändert bleibt, so steigt die relative Luftfeuchtigkeit bis auf 100% an. Kühlt die Luft weiter ab, kondensiert der überschüssige Wasserdampf und es bilden sich Tröpfchen. Der Taupunkt bezeichnet die Temperatur, bei der dieser Vorgang einsetzt. Die relative Luftfeuchtigkeit und Temperatur bestimmen somit den Taupunkt.

Warum ist der Taupunkt wichtig?

Im Winter ist die Gefahr von Schimmel in unseren Wohnräumen besonders hoch.
Feuchtigkeit schlägt sich an kalten Gebäudestellen nieder, zum Beispiel an Fenstern, Gebäudeecken oder Rollladenkästen. Unterschreitet die Temperatur den Taupunkt, bilden sich Wassertröpfchen und es kann zu Schimmel oder Stockflecken kommen.

Zur Schimmelvermeidung sollte die Temperatur der Luft an keiner Stelle des Raumes so stark absinken, dass der Taupunkt erreicht wird.

Wohnraum mit einem Sessel und auf dem Beistelltsich steht ein analoges Hygrometer von TFA Dostmann.

Wie messe ich die Luftfeuchtigkeit?

Ein Hygrometer löst dieses Problem für uns. Hierbei wird die Eigenschaft genutzt, dass bestimmte Materialien auf Veränderungen der Luftfeuchte reagieren. Bei analogen Luftfeuchtigkeitsmessern äußert sich dies in Form von Ausdehnen oder Zusammenziehen. In elektronischen Hygrometern sind Bauteile integriert, deren Leitfähigkeit von der Feuchtigkeit der Umgebungsluft abhängt.

Was ist ein Hygrometer?

Ein Hygrometer ist ein Messgerät zur Bestimmung der relativen Luftfeuchtigkeit. Mit Hilfe der ermittelten Werte lassen sich Rückschlüsse auf die Qualität der Umgebungsluft schließen. Ist die Luft zu trocken oder zu feucht? Besteht Schimmelgefahr in Wohnräumen? Hat mein Raum die ideale Luftfeuchte? Ist die Luftfeuchtigkeit optimal für die Lagerung von Büchern oder Musikinstrumenten?
All diese Fragen können wir beantworten mit den Werten eines Hygrometers und erkennen sofort, ob die Luftfeuchtigkeit optimal ist.

Welche Hygrometer-Arten gibt es?

Um die Feuchtigkeit in der Umgebungsluft zu messen, haben wir heute verschiedene Möglichkeiten. Je nach Anwendungszweck und Geschmack können Sie ein analoges Hygrometer oder ein digitales Hygrometer einsetzen.

In Kombination mit einer Wetterstation oder einem WeatherHub Smarthome Set kommt auch Funktechnologie zum Einsatz, um die gemessenen Werte vom Sender an die Basisstation oder eine App zu übermitteln und das Ablesen des Gerätes ganz komfortabel und mit zusätzlichen Funktionen wie Höchst-, Tiefst- oder Alarmwerten zu ermöglichen.

Analoge Hygrometer werden auch Absorptionshygrometer genannt. Die Messung erfolgt mit Hilfe von wasseranziehenden (hygroskopische) Materialien. Der Klassiker unter den Luftfeuchtigkeitsmessern ist das Haar-Hygrometer.

Wer hat das Haar-Hygrometer erfunden?

Das Hygrometer wurde im 18. Jahrhundert erfunden von Horace-Bénédict de Saussure, einem Schweizer Physiker. Er machte sich die Eigenschaft menschlicher Haare zunutze: Steigt die Luftfeuchtigkeit, dehnt sich das Haar aus und zieht sich wieder zusammen, wenn die Luft trockener wird. Insbesondere blondes Frauenhaar galt als ideal, da es besonders dünn ist. Herzstück des von TFA patentierten und besonders präzisen Haar-Synthetik-Hygrometers ist ein synthetisches Haar.
Beim Feder-Hygrometer wird das Haar durch eine beschichtete Bimetall-Feder ersetzt.

Wie wird ein analoges Hygrometer eingestellt?

TFA Hygrometer sind ab Werk eingestellt. Transport, Lagerung oder auch der dauerhafte Einsatz in einer trockeneren Umgebung beeinflussen die hygroskopische Funktionsfähigkeit der Bimetall-Feder oder des synthetischen Haars.

Damit Ihr Hygrometer in Topform bleibt, empfehlen wir Ihnen, das Messgerät mindestens alle sechs Monate zu regenerieren und gegebenenfalls neu zu justieren.

Hygrometer regenerieren

Bei der Regeneration geht es in erster Linie um die Wiederherstellung der idealen Beschaffenheit der empfindlichen Materialien. Bitte gehen Sie folgendermaßen vor:

  • Durchnässen Sie ein gewöhnliches Geschirrhandtuch mit warmem Wasser und wringen es wieder komplett aus, so dass es nicht mehr tropft.
  • Wickeln Sie das Gerät für 15-30 Minuten komplett in das Tuch ein.
  • Beim Entnehmen liegt die angezeigte Luftfeuchtigkeit im Idealfall im Bereich 90 bis 99% rH.

Beachten Sie aber bitte, dass ein feuchtes Tuch keinen eindeutigen Referenzmesswert liefert.

Hygrometer justieren

Wenn eine Neujustierung erforderlich ist, sollte das Hygrometer nach dem Regenerieren bei normalen Raumbedingungen mit mehreren weiteren Hygrometern oder einem Präzisions-Referenzgerät abgeglichen werden.
Bitte achten Sie dabei auf folgende Punkte:

  • Die Geräte müssen bei identischen Bedingungen unmittelbar nebeneinanderstehen, idealerweise mit etwas Luftzirkulation.
  • Geben Sie den Geräten 30-45 Minuten Zeit zum Akklimatisieren. Stoppen Sie die Wartezeit mit einem Timer.
  • Auf der Rückseite befindet sich in einem der Löcher eine kleine Schlitz-Schraube oder eine Vertiefung mit einer Kunststoff-Schraube. Mit einem feinen Schlitz-Schraubendreher können Sie nun durch vorsichtiges Drehen den Zeiger auf der Vorderseite auf den ermittelten Wert einstellen.

Analoge Hygrometer einstellen: Anleitung
Die Anleitung für das Regenerieren und Justieren von analogen Hygrometern haben wir für Sie als druckfähiges PDF zusammengestellt. So können Sie Ihr Gerät jederzeit mit Hilfe unserer Anleitung in Topform bringen.

Zusatz Tipps: Hygrometer justieren
Je näher der Referenzwert bei den späteren Umgebungsbedingungen liegt, desto genauer werden Ihre Messungen. Bei trockenen Räumen also im unteren Bereich justieren, beim Einsatz in feuchter Umgebung im oberen Bereich justieren.

Hygrometer eichen oder kalibrieren?
Um einen genauen Wert der Luftfeuchte zu ermitteln, benötigen insbesondere analoge Hygrometer Pflege. Wir empfehlen, dass Sie Ihr Luftfeuchtemessgerät regelmäßig regenerieren und gegebenenfalls justieren. Dieser Vorgang wird umgangssprachlich auch eichen oder kalibrieren genannt.

Wie wird ein digitales Hygrometer eingestellt?

Die digitalen Hygrometer von TFA sind nach Einlegen der Batterien betriebsbereit und messen nach ausreichender Akklimatisierung innerhalb weniger Augenblicke die aktuelle Luftfeuchtigkeit am Aufstellort.

Da die Qualität der Raumluft immer auch abhängig ist von der Temperatur, bieten wir Ihnen Kombigeräte an, mit denen Sie die Luftfeuchtigkeit und Temperatur messen können. Die digitalen Thermo-Hygrometer von TFA gibt es in zahlreichen Ausführungen für viele spezielle Einsatzgebiete.

Was ist der optimale Aufstellort für ein Hygrometer?

Um die Luftfeuchtigkeit optimal ermitteln zu können, wählen Sie einen Platz für das Gerät, das weder zu nah an einer Heizquelle ist oder an einer Außenwand. Auch die unmittelbare Nähe zu Fenstern und Türen sollte vermieden werden.

Je nach Variante des Luftfeuchtemesser, können Sie das Gerät aufstellen oder an der Wand anbringen.

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