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Schimmel in der Wohnung

Jedes Mal, wenn wir die Türe zu unserem Zuhause aufschließen, entsteht ein wohliges Gefühl. Die ersten Schritte in der Diele, wir atmen die Zuhause-Luft ein und wissen, hier fühlen wir uns wohl. Welch ein Alptraum, wenn der Duft leicht muffig ist! Ein solcher Geruch ist bereits ein Alarmzeichen für Schimmel in der Wohnung. Schimmelbefall wirkt sich negativ auf die Gesundheit und auf den Wohnkomfort aus und wird oft erst spät erkannt, weil er von Möbeln, Tapeten oder Holzleisten verdeckt wird.

Die Sporen von Schimmel kommen überall vor in unserer Umwelt, sie sind natürliche Bestandteile unserer Luft. Über die Kleidung und durch Lüften gelangen Schimmelpilze auch in unsere Wohn- und Arbeitsräume. Doch erst bei idealen klimatischen Bedingungen kann sich der lästige Mitbewohner dauerhaft bei uns einnisten und Wände oder Gegenstände befallen.

Durch eine regelmäßige Kontrolle der relativen Luftfeuchtigkeit und der Raumtemperatur mit einem Thermo-Hygrometer und gezieltes Heizen und Lüften können wir Schimmel vermeiden.

Was ist Schimmel?

Der Begriff Schimmel meint in der Fachsprache den watteartigen Belag auf Oberflächen und Gegenständen, hervorgerufen durch Schimmelpilz-Befall. Umgangssprachlich verwenden wir das Wort sowohl für den Befall als auch für die Pilze selbst.

Damit sich Schimmel ausbreiten kann, ist viel Feuchtigkeit nötig in Kombination mit der richtigen Temperatur, ausreichenden Nährstoffen und dem passenden pH-Wert. Die Pilze finden auf nahezu allen organischen Materialien einen geeigneten Nährboden.

Wie ist ein Schimmelpilz aufgebaut?

Wenn sich Schimmelpilze in der Wachstumsphase befinden, sind sie kaum sichtbar. Der Pilz besteht aus weißen Fäden, die Hyphen genannt werden. Eine Gruppe von Hyphen nennt die Fachliteratur Myzel. Die Pilze verbreiten sich über Sporen, die ein Bestandteil der Hyphen sind.

Was ist Schimmel und wie ist er aufgebaut?

Wie ist ein Schimmelpilz aufgebaut?

Bei welcher Luftfeuchtigkeit entsteht Schimmel in Räumen?

Generell gilt, ein feuchtes Milieu begünstigt Schimmelbefall. Bei einer relativen Luftfeuchtigkeit von 70 bis 80 Prozent wächst Schimmel. Ideale Lebensbedingungen finden die Schimmelpilze überall dort, wo sich Tauwasser durch Kondensation bildet. Darum empfehlen wir Ihnen, dass Sie die Luftfeuchtigkeit in Räumen regelmäßig überprüfen, in dem Sie die Luftfeuchtigkeit messen zum Beispiel mit einem Hygrometer.

Jetzt kommt auch die Umgebungstemperatur ins Spiel, denn durch sie wird bestimmt, wie viel Wasserdampf die Luft aufnehmen kann – und zwar umso weniger, je kälter es ist. Entscheidend für die Bildung von Kondensat ist der Taupunkt. Kühlt die Luft bei gleichem Feuchtigkeitsgehalt unter diesen Wert ab, kondensiert überschüssiger Wasserdampf an Oberflächen, die kühler sind als die Taupunkt-Temperatur. Liegt die relative Luftfeuchte in der Mitte eines Raums bei 50 Prozent, kann sie an kalten Oberflächen bis zu 100 Prozent betragen, zum Beispiel an schlecht isolierten Fenstern, Gebäudeecken oder Rollladenkästen. So entsteht dort der ideale Nährboden für Sporen und Schimmelpilze.

Diagramm zeigt den Zusammenhang zwischen Temperatur und Luftfeuchtigkeit in Räumen, die eine Entstehung von Schimmel begünstigen.

Bei welcher Luftfeuchtigkeit entsteht Schimmel und was ist die optimale Luftfeuchtigkeit in Räumen?

Welche weiteren Faktoren begünstigen das Schimmelwachstum?

Die Temperatur spielt eine große Rolle für das Wachstum von Schimmelpilzen, da sie die relative Luftfeuchtigkeit beeinflusst.
Abgesehen davon gedeihen die meisten Schimmelarten in einem sehr weiten Bereich der mittleren Temperaturen: der schwarze Schimmel beispielsweise wächst bei 6 Grad genauso gut wie bei 45 Grad.

Schimmelpilze mögen organische Substanzen. Dazu gehören viele Baumaterialien, aber auch Fasern, Haare und Hautschuppen, die mit dem Hausstaub transportiert werden.

Die Nährstoffversorgung beeinflusst, wie schnell sich der Schimmelpilz ausbreitet.
Gerade in unseren Wohnräumen herrschen die passenden Temperaturen und es sind ausreichend Nährstoffe in Form von Baumaterialien vorhanden. Mit der entsprechenden Luftfeuchte wird das Wachstum der Pilze unterstützt.

Schimmelpilze können bei pH-Werten von 2 bis 11 gedeihen. Damit sind diese Pilze sehr widerstandsfähig und können sich sowohl in einem basischen als auch in einem sauren Milieu vermehren. Für feuchte Räume ist ein stark alkalischer Anstrich eine zusätzliche Gegenmaßnahme.

Wie wächst Schimmel?

Ursachen für Schimmelbefall finden: Woher kommt die Feuchtigkeit?

Bei alten Gebäuden lesen wir immer wieder, dass die Wände und Keller nass und schimmelig sind. Kein Wunder, denn meistens sind sie nicht ausreichend isoliert, Feuchtigkeit steigt im Mauerwerk hoch, Außenwände haben Risse oder das Dach ist undicht. Doch auch bei Neubauten oder Sanierungen tritt Schimmelbefall auf, zum Beispiel durch unsachgemäß angebrachte Wärmedämmung oder durch Wärmebrücken bzw. Kältebrücken. Selbst extrem gut gedämmte Häuser können ein SchimmeIproblem haben, wenn die richtige Belüftung der Innenräume fehlt. In Hochwassergebieten sind Wasserschäden der Hauptgrund für Schimmel an den Wänden.

Wodurch steigt die Luftfeuchtigkeit in Räumen und wo kann Schimmel entstehen?

Wodurch steigt die Luftfeuchtigkeit in Räumen und wo kann Schimmel entstehen?

Erhöhte Feuchtigkeit ist nicht immer auf bauliche Gegebenheiten oder Wasser von außen zurückzuführen. Durch Aktivitäten wie Wäsche trocknen, Duschen, Baden oder Kochen geben die Raumnutzer selbst jeden Tag im Durchschnitt sechs bis zwölf Liter Wasser an die Umgebung ab. Je mehr Personen sich in einer Wohnung befinden und je aktiver sie sind, desto mehr Wasser gelangt im Laufe des Tages in die Luft. Auch Zimmerpflanzen und Aquarien erhöhen die Feuchtigkeit im Raum.

Bild mit Grafikelemente zeigt, welche Aktivitäten zu einer Erhöhung der Luftfeuchtigkeit in Räumen führen. Im Durchschnitt entstehen 6 bis 12 Liter pro Tag

Welche Aktivitäten erhöhen die Luftfeuchtigkeit in Räumen?

Wie kann man Schimmel vermeiden?

Sind Baumängel oder Wasserschäden ursächlich für Schimmel und Feuchtigkeit, gilt es zunächst, das Problem fachgerecht mit Experten zu beheben. Hilfe finden Sie in diesem Fall zum Beispiel beim Bundesverband Schimmelpilzsanierung.

Ansonsten ist Lüften und Heizen der beste Weg, um die Luftfeuchtigkeit und Temperatur in Räumen zu regulieren. Wer jedoch hier nachlässig ist, fördert den Schimmelbefall.

Ein Thermo-Hygrometer zeigt beide Werte an und hilft, den richtigen Zeitpunkt zum Lüften zu finden. Eine Raumtemperatur von 18 – 22 °C und eine relative Luftfeuchtigkeit von 40 % bis 60 % wird von den meisten Menschen als angenehm empfunden und ist auch für die Bausubstanz optimal.
Kontrollieren Sie die Werte in den Wohn- und Schlafräumen regelmäßig um das Schimmelrisiko zu senken.

Schimmel im Schlafzimmer vermeiden

Das Schlafzimmer ist besonders anfällig für Schimmelbildung, da die ideale Temperatur für einen gesunden Schlaf nur zwischen 16 und 18 Grad und damit näher am Taupunkt liegt. Zusätzlich wird die Luftfeuchte durch Atmen und Schwitzen während des Schlafens erhöht. Bis zu einem viertel Liter Wasser geben wir an die Umgebungsluft ab. Darum ist gerade in diesem Raum ein gezieltes Lüften wichtig, um Schimmel keine Chance zu geben.

Richtig Lüften

Feuchtewerte von über 60% begünstigen das Wachstum von Schimmelpilzen. Jetzt heißt es: Fenster auf und kräftig stoß lüften. Damit wird die Feuchtigkeit nach draußen transportiert und die Luft ausgetauscht. Lüften ist mit Abstand das effektivste Mittel, um Schimmel zu vermeiden.

Je nach Jahreszeit ist die Luft draußen mal trockener und mal feuchter. Sie können auch bei Regen lüften und die relative Luftfeuchte in Ihren Räumen reduzieren, wenn die Außentemperatur niedrig ist. Denn kalte Luft kann nur wenig Feuchtigkeit aufnehmen, warme Luft dagegen sehr viel.

Wird die kühle Außenluft im Haus erwärmt, kann sie mehr Feuchtigkeit binden und die relative Luftfeuchtigkeit in den Räumen sinkt. Wichtig ist es, das Zusammenspiel zwischen Temperatur und Luftfeuchtigkeit im Auge zu behalten.

Sicherheit bekommen Sie mit einem Funk-Thermo-Hygrometer mit Lüftungsempfehlung, das neben dem Raumklima auch das Außenklima misst und die Werte vergleicht.

Die Raumnutzung ist ein weiterer Faktor dafür, wie gelüftet werden muss. Nach dem Duschen oder Baden ist Lüften über ein weit geöffnetes Fenster immer empfehlenswert, um die Feuchtigkeit auf kürzestem Weg nach draußen zu transportieren.

Weitere Tipps zum richtigen Lüften sind zum Beispiel ungenutzte Räume lüften oder auch das Abziehen von Wassertröpfchen nach der Dusche.

Richtig Heizen

Nach dem Lüften kommt das Heizen. Durch Heizen erhöhen wir die Temperatur der Raumluft und zugleich auch die Oberflächentemperatur von Möbeln und Wänden. Bleibt der absolute Wasserdampfgehalt konstant, verringert sich gleichzeitig die relative Luftfeuchtigkeit.

Wie kann ich den Taupunkt ermitteln?

Zur Schimmelvermeidung sollte die Temperatur der Luft an keiner Stelle des Raumes so stark absinken, dass der Taupunkt erreicht wird. Denn unterschreitet die Temperatur den Taupunkt, bilden sich an kalten Oberflächen in der Wohnung Wassertröpfchen und an diesen Stellen droht das Wachstum von Schimmelpilzen.

Hier hilft ein Thermo-Hygrometer mit Taupunktanzeige. Beobachten Sie den Taupunkt. Die Temperaturen der Wandoberflächen sollten möglichst nicht unter den angezeigten Wert abkühlen.

Wie kann ich die Oberflächentemperatur messen?

Überprüfen Sie die Temperatur an kritischen Stellen wie Wärmebrücken mit einem Infrarotthermometer. Es gibt auch Kombigeräte und Sets, mit denen Taupunkt und Oberflächentemperatur gleichzeitig gemessen werden können.

Wichtig bei stark auskühlenden Außenwänden und Wärmebrücken ist es, dass die Heizungsluft frei zirkulieren kann. Stehen Möbel zu nah an gefährdeten kalten Wandbereichen, kann die Feuchtigkeit nicht entweichen. Generell tritt Schimmel hauptsächlich an Stellen auf, die verdeckt und damit schlecht belüftet sind, zum Beispiel hinter Fußleisten, Schränken und Verkleidungen.

Wie erkenne ich Schimmelgefahr?

Wenn es um richtiges Lüften und Heizen geht, kommt es häufig zu Rechtsstreitigkeiten zwischen Mietern und Vermietern. Ist Schimmel einmal erkannt, beginnt sogleich der Konflikt „wer ist schuld?“. In diesem Fall hilft ein Thermo-Hygrometer mit Datenlogger-Funktion, das den Verlauf der Messwerte langfristig aufzeichnet. So können die Temperatur- und Feuchtigkeitswerte langfristig beobachtet und dokumentiert werden.

Wer empfindliche und wertvolle Gegenstände lagert, ist ebenso daran interessiert, die Werte konstant optimal zu halten. Auch in diesem Fall sind Datenlogger-Funktionen die Lösung.

Was kann von Schimmel befallen werden?

  • Alle Materialien, die organische Substanzen (Nährstoffe) und ausreichend Feuchte enthalten.
  • Glas, Metall und Keramik können dann von Schimmel befallen werden, wenn die Oberflächen mit organischen Substanzen verunreinigt ist. Dies kann eine Mischung aus Staub, Hautschuppen, Haaren und Fasern sein.
  • Tapeten, Gipswände, Gegenstände aus Papier, Leder, Textilien und anderen Naturmaterialien sind bei ausreichender Feuchte besonders gefährdet.
  • Schimmelpilze benötigen eine erhöhte Feuchte um wachsen zu können, darum tritt Schimmel hauptsächlich an Stellen auf, die verdeckt und damit schlecht belüftet sind. Zum Beispiel Fußleisten, Schränke und Verkleidungen.

Welche Schäden entstehen durch Schimmel?

  • Flecken,
  • Geruchsbelästigung,
  • Materialschäden,
  • schadet der Gesundheit von Mensch und Tier.

Welche Schimmelarten gibt es?

In unserer Umwelt gibt es unzählige Arten von Schimmelpilzen. Wenn wir von Schimmel in der Wohnung sprechen, sind in der Regel fünf Arten gemeint.

Am weitesten verbreitet ist im Haushalt der grüne Schimmel. Der pelzige Belag ist charakteristisch und tritt häufig auf Lebensmitteln und Blumenerde auf. In Feuchträumen wie Küche, Keller und Badezimmer können aber auch Wände und Decken befallen werden.

Brotschimmel oder auch Bäckerschimmel sind die geläufigen Begriffe für roten Schimmel.
Diese Pilzart gedeiht in zucker- oder stärkehaltigen Umgebungen. Hauptsächlich befällt er Getreide, Mehl und Tapeten.

Die gesundheitsschädlichste Art ist der schwarze Schimmel, auch Gießkannenschimmel genannt.
Der Pilz ist sehr robust und anspruchslos und kann in einer Umgebungstemperatur zwischen 6 und 47 Grad gedeihen. Auch der pH-Wert kann zwischen 1,5 und 9,8 liegen. Dieser Pilz mag es sauer genauso wie basisch. Am häufigsten finden wir den Gießkannenschimmel in Fliesenfugen, Mauern, Wänden und Decken.

In Deutschland haben wir einen hohen Hygienestandard, sodass der gelbe Schimmel eher selten auftritt. Nüsse, Getreide und Erde in Topfpflanzen sind übliche Orte für diesen Pilz. Farblich variiert der körnige Belag zwischen ockergelb und braun.

Kalte und unbeheizte Stellen an Decken und hinter Möbeln sind beliebt beim weißen Schimmel. Befällt er Mauern, wird er häufig mit Salzausblühungen verwechselt. Im Laufe des Wachstums wird der weiße Schimmel dunkler und erst dann erkannt und identifiziert. Wenn Sie Kellerasseln, Silberfischchen, Staubläuse oder einen modrigen Geruch in Ihren Räumen beobachten, haben Sie bereits den Beleg für eine zu feuchte Umgebung. Entdecken Sie nun Stellen mit einem weißlichen Belag, können Sie davon ausgehen, dass es sich um Schimmel handelt.

Macht Schimmel krank?

Das Einatmen von Schimmelpilzsporen kann allergische Reaktionen auslösen und bereits vorhandene Atemwegserkrankungen verstärken. Einige Schimmelpilzarten produzieren sogar Giftstoffe, die auf den Menschen toxisch wirken und schwere Krankheiten hervorrufen können. Besonders gefährlich sind manche Formen des schwarzen und des gelben Schimmels.

Menschen mit einem geschwächten Immunsystem, ältere Menschen und Kinder sind besonders gefährdet, wenn sie sich über eine längere Zeit in schimmelbefallenen Räumen aufhalten.

Folgende Symptome können auftreten:

  • Schnupfen, Niesen
  • Asthma
  • Husten
  • Gerötete Augen
  • Kopfschmerzen
  • Hautausschläge
  • Verdauungsprobleme
  • Müdigkeit, Konzentrationsschwäche

Macht Schimmel krank?

Oft werden Beschwerden der Atemwege auf eine zu trockene Luft zurückgeführt. Die darauffolgenden Maßnahmen, um die Luftfeuchte zu erhöhen führen jedoch zu keiner Besserung, wenn es bereits zu Schimmelbefall gekommen ist. Im Gegenteil, denn die zusätzliche hohe Luftfeuchtigkeit begünstigt das Wachstum.

Wir empfehlen Ihnen darum, mit einem Thermo-Hygrometer die Raumklimawerte zu kontrollieren. Wenn Sie Unterstützung benötigen bei der Auswahl des richtigen Messgerätes, sind wir jederzeit für Sie da.

Bei Verdacht auf Schimmelbefall nehmen Sie am besten weitere Untersuchungen vor. Dabei können Experten zur Rate gezogen werden und sogar Schimmelspürhunde zum Einsatz kommen.

Hilfe und Unterstützung finden Sie zum Thema auch im Gesundheitsamt, bei der Verbraucherzentrale oder beim Deutschen Mieterbund.

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