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Wer misst den Niederschlag?

Für Wetterinteressiert, Landwirte, Hobbygärtner und -meteorologe spielt das lokale Wetter und vor allem der Niederschlag eine große Rolle. Die Niederschlagsmenge im Auge zu behalten ist essentiell um zu wissen ob der Regen Ihren Pflanzen oder Ihrem Rasen genügt oder man diese bewässern muss. Wenn es um den eigenen Garten geht ist meist kein Verlass auf den eher ungenauen, örtlichen Wetterbericht. Die Nutzung eine Regenmessers klingt für die meisten kinderleicht, jedoch gibt es einige Dinge zu beachten um optimale Messwerte zu erhalten.

Was ist ein Regenmesser?

Mit einem Regenmesser lässt sich die Frage „Wie viel hat es heute wirklich geregnet?“ ganz einfach beantworten. Ein Regenmesser oder auch Niederschlagsmesser fängt hierbei den Regen in einem zylinderförmigen Behälter auf. Von diesem lässt sich dann anhand des Wasserniveaus genau ablesen wie viel Niederschlag es in einem bestimmten Zeitraum am Aufstellort gab. Neben Regen werden auch feste Niederschläge wie Schnee oder Hagel berücksichtigt, wenn diese geschmolzen sind. 

Mit einem Regenmesser können Sie den Niederschlag direkt bei Ihnen zuhause im Blick behalten und Antworten auf weitere Fragen finden. Muss ich meine Pflanzen bewässern? Gab es Starkregen? Wie viel hat es Zuhause geregnet während ich im Urlaub war?

Welche Arten von Regenmessern gibt es?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten die Niederschlagsmenge zu messen. Je nach Anwendungszweck und Interesse können Sie analoge oder digitale Regenmesser verwenden. Der einfache analoge Regenmesser fängt den Regen in einem Behälter auf von dem man die Regenmenge in Millimeter direkt ablesen kann. Besonders beliebt sind wetterfeste Niederschlagsmesser aus Glas, Kunststoff oder Edelstahl welche mit einem Stab in den Garten gesetzt werden. Analoge Regenmesser gibt es für jeden Geschmack, auch mit moderneren Designs.

Der digitale Niederschlagsmesser misst die Niederschlagsmenge über eine Kippwage. Sobald eine Schale der Waage mit einer bestimmten Niederschlagsmenge gefüllt ist, kippt diese nach unten. Auf Basis der Anzahl dieser Entleerungen misst der digitale Regenmesser die gefallene Regenmenge.

Auch von der Couch können sie ganz gemütlich die Niederschlagsmenge von einer Wetterstation oder Ihrem Smartphone ablesen. In Kombination mit einer Wetterstation oder einem Weatherhub Smarthome Set werden die gemessenen Werte kabellos vom Regenmesser an eine Basisstation oder eine App übermittelt. Die Regenmenge ist hier komfortabel mit anderen Daten wie Temperatur, Luftfeuchtigkeit oder der Wettervorhersage abzulesen. 

Wie ist ein Regenmesser anzuwenden?

Generell sind Regenmesser sehr leicht zu bedienen. Doch auch hier können sich Fehler bei der Anwendung einschleichen die Ihre Messwerte verfälschen. Einer der wichtigsten Aspekte zur Messung der Niederschlagsmenge ist der Aufstellort des Regenmessers. Außerdem müssen analoge Regenmesser regelmäßig geleert werden um die tägliche Regenmenge zu bestimmen. Will man die Gesamtmenge des Niederschlags über einen analogen Regenmesser erfahren, müssen die Werte regelmäßig notiert werden. Eine Ausnahme ist der analoge Regenmesser mit Memory-Funktion, bei dem über einen Einstellring die Niederschlagsmenge festgehalten werden kann.

Hier haben digitale Funk-Regenmesser einen entscheidenden Vorteil. Die Regenmenge kann auf einer Wetterstation oder App in selbst wählbaren Zeiträumen abgelesen werden. So kann man schnell und unkompliziert den Regen der letzten, Stunden, Tage oder sogar Wochen und Monate überschauen.

In welcher Einheit wird Niederschlag gemessen?

Die Niederschlagsmenge wird normalerweise in Litern pro Quadratmetern (l/qm) oder der Höhe in Millimeter (mm) angegeben. Die Skala eines Regenmessers wird in Millimeter angegeben. Hierbei entspricht ein Millimeter Niederschlagshöhe im Becher einem Liter Regen pro Quadratmeter.

Wie stelle ich meinen Regenmesser richtig auf?

Um ungenaue oder verfälschte Ergebnisse zu vermeiden, ist es wichtig einen Regenmesser richtig aufzustellen. Auf der Suche nach dem optimalen Standort, sollten Sie hierbei einige Kriterien beachten. Wenn Sie in einem Haus mit Garten wohnen, haben Sie gute Chancen schnell einen geeigneten Ort zu finden. Terrasse oder dem Balkon sind nicht ideal zum Aufstellen eines Regenmessers da diese oft zu hoch oder in der Nähe einer Hauswand sind.

Der Niederschlagsmesser sollte keine hohen Gebäude, Vordächer oder Bäume im nahen Umfeld haben. Ein weiterer Faktor, den Sie auf jeden Fall beachten sollten, ist der Wind in Ihrer Region. So darf der Regenmesser nicht im Windschatten von Gebäuden oder Bäumen stehen, hier fällt der Regen etwas geringer aus. Ein Regenmesser sollte jedoch auch nicht an einem völlig freien, ungeschützten Ort aufgestellt werden. Ein relativ windgeschützter Ort ist optimal, z.B durch kleinere Büsche, Bäume oder Zäune. Neben einer waagerechten Ausrichtung sollten Sie sicherstellen, dass der Niederschlagsmesser für stürmisches Wetter gut befestigt ist. Da Schmutz das Messergebnis beeinflussen kann, ist eine regelmäßige Reinigung des Messgeräts zu empfehlen. Generell wird eine Standhöhe von ca. 1m empfohlen, jedoch sind hier Abweichungen in beide Richtungen akzeptabel. Beim Aufstellen eines Regenmessers mit Funkverbindung und Wetterstation ist die Reichweite zur Basisstation natürlich ein essentieller Faktor.

Wo regnet es am meisten?

Der durchschnittliche Niederschlag je nach Region in Deutschland, aber auch weltweit fällt sehr unterschiedlich aus. Während in den Tropenregionen am Äquator, einer sogenannten Tiefdruckrinne, wochenlanger Regen normal ist, gibt es in Wüstenregionen kaum Vegetation aufgrund der Trockenheit. In Deutschland ist der Süden zwar heißer, hat aber auch mehr Regentage als im Norden.

Doch wieviel regnet es nun in Deutschland?
Der durchschnittliche Niederschlag pro Jahr in Deutschland liegt bei 500-1000l pro Quadratmeter, nahm aber in den letzten Jahren ab. Während es 2014 noch 700l regnete, waren es 2018 nur noch 590l pro Quadratmeter.
Nun sind Sie dran: Welche sind wohl die niederschlagsreichsten, bzw. -ärmsten Länder der Welt?

Zu den niederschlagsreichsten Ländern gehören Kolumbien, Sao Tome und Principe und Papua Neu Guinea mit über 3000l Regen pro Quadratmeter in einem Jahr. Diese Länder befinden sich in Äquatornähe mit starken Tiefdruckgebieten.

Die Regenmesser in Ägypten, Libyen und Saudi Arabien bleiben weitgehend leer mit weniger als 75l Niederschlag im Jahr. Diese subtropischen Wüstenregionen sind so trocken, da sich die über dem Äquator entstehenden Quellwolken schon in den feuchten Tropengegenden nahe des Äquators entleeren. Die abgekühlte, trockene Luft sinkt danach wieder zu Boden. Tagsüber steigen, aufgrund der starken Sonneneinstrahlung und fehlender Bewölkung, die Temperaturen stark an.

Wie viel Regen pro Stunde ist viel?

Eine große Niederschlagsmenge in einer oft eher kurzen Zeitspanne wird als Starkregen bezeichnet. Eine Unwetterwarnung aufgrund von Starkregen wird ab einer Regenmenge von 25 Liter pro Quadratmeter innerhalb einer Stunde ausgesprochen. Da der Boden diese drastischen Wassermengen meist nicht aufnehmen kann, können solche Unwetter zu Überschwemmungen, Sturzfluten oder Erdrutschen führen.

Der Niederschlagsrekord aus China liegt bei unglaublichen 401 Litern pro Quadratmeter.