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Der Wettertrend für Deutschland im Juli 2021 verspricht viel Sonnenschein, aber keine Rekordhitze. Die sonnigen Sommertage werden wohl unterbrochen von kleinräumigen Tiefs, die heftige Schauer und Gewitter bringen und für eine kurze Abkühlungsphase sorgen.

Am 27. Juni war der Siebenschläfer im Kalender. Doch das eigentliche Zeitfenster für die Weichenstellung sehen die Wetterexperten bis ins erste Juli-Drittel hinein. Möchten Sie erfahren, wie sich das Wetter im Juli entwickeln soll? Lesen Sie unseren Wettertrend und erfahren Sie hier die Wetterprognose für Juli 2021 in Deutschland.

Rückblick auf den vergangenen Juni

Gäbe es bei den Jahreszeiten so etwas wie einen Turbo, so hätte der Sommer 2021 gleich zu Beginn des Junis davon Gebrauch gemacht: Lag das Temperaturminimum am Monatsersten noch tief im einstelligen Bereich mit örtlichem Bodenfrost, so wurden am 2. Juni schon verbreitet sommerliche 25 Grad erreicht.

Frühsommerliche Werte zu Beginn des Junis

Und auch in den Folgetagen bescherte uns der Juni mit Maxima von 20 bis 28 Grad durchweg frühsommerliche Werte. Nach einer kurzen Phase mit Schauern und Gewittern regierte rasch auch wieder der Sonnenschein, die „Schafskälte“ zur Monatsmitte machte sich nur mit einigen frischen Nächten bemerkbar.

Hochsommerliche Temperaturen mit heftigen Unwettern

Direkt danach kletterten die Thermometer wieder zügig an und erreichten am 18. und 19. hochsommerliche Spitzenwerte von bis zu 36 Grad. Starke Gewitter, Schauer und Abkühlung waren die Folge, doch in der letzten Monatswoche kehrten Sonnenschein und Wärme zurück.

Um nach großer Schwüle ab dem 27. erneut in enorm heftigen Unwettern zu enden, die in wenigen Stunden Regenmengen von bis zu 100 Litern pro Quadratmeter lieferten. In einigen Regionen waren verheerende Sturzfluten die Folge; die Niederschlagssumme des Junis, die lange Zeit ein Defizit aufwies, lag deswegen am Ende an vielen Orten deutlich im Plus.

Aber auch die Sonne leistete rund 25 Prozent Überstunden, wobei der Nordosten Deutschlands davon am meisten profitierte. Im landesweiten Durchschnitt war der Monat wie erwartet um rund zweieinhalb Grad wärmer als im Durchschnitt der vergangenen dreißig Jahre. Dazu bei trugen auch viele sehr milde Nächte, teils sanken die Temperaturen nicht unter die 20-Grad-Marke.

Wetterprognose für Juli 2021

Ganz ähnliche Werte dürfte am Ende auch der Juli in der Bilanz stehen haben, denn die eingefahrene Großwetterlage ändert sich vorerst kaum: Meist liegt unsere Region im Zustrom von Warmluft, die jedoch aus dem Mittelmeerraum stammt und deshalb oft auch schwül ist.

Keine Rekordhitze zu erwarten…

Dann liefern kleinräumige Tiefs, die manchmal nur in höheren Luftschichten ausgeprägt sind, den Antrieb für teilweise heftige Schauer und Gewitter, denen eine kurze Abkühlungsphase folgt. Hochdruckgebiete führen bei dieser Konstellation nur selten die Wetterregie, sie verlagern sich rasch über uns hinweg und durchweg sonnige Sommertage bleiben deshalb die Ausnahme.

Trotzdem wird die Sonne ihr Julisoll gut erfüllen und vor allem nach der Monatsmitte müssen wir uns mit dem Beginn der „Hundstage“ wieder auf Hitzetage einstellen. So wird am Ende des Julis der langjährige Temperaturmittelwert deutlich überboten werden, Rekordhitze ist jedoch nicht zu erwarten.

Allerdings ist die Wahrscheinlichkeit für heiße Tage in der Südosthälfte des Landes deutlich höher als im Nordwesten, wo auch kühlere Phasen zu erwarten sind. Die häufigen Schauer und Gewitter verhindern, dass es wie im vergangenen Jahr eine verbreitete Dürre gibt, wenngleich die Niederschläge erneut sehr ungleichmäßig verteilt sein werden.

… aber viel Sonnenschein

Wenn auch die Tageslänge im Juli schon langsam wieder abnimmt, so ist er doch der Monat, in dem wir den meisten Sonnenschein erwarten – immerhin sind auf Rügen in einem Juli schon einmal über 400 Sonnenstunden registriert worden.

Die offizielle Messung der Sonnenscheindauer funktionierte lange Zeit nach einem sehr einfachen Prinzip: Unter einer in einer Halbschale befestigten Glaskugel wurde ein skalierter Papierstreifen befestigt, sobald die Sonne schien, hinterließ sie auf dem Streifen eine als dunkle Verfärbung sichtbare „Brennspur“. So konnte man die Sonnenscheindauer mit Hilfe dieses „Heliographen“ nach Campbell-Stokes bis auf etwa 5 Minuten genau bestimmen; erst seit dem Jahr 2000 kommen auch neuere photoelektrische Sensoren zum Einsatz, die mit Hilfe der Bestrahlungsstärke die Sonnenscheindauer aufzeichnen.

An rund 300 Stationen des Deutschen Wetterdienstes wird dies derzeit regelmäßig durchgeführt, die Werte einer nahegelegenen Station lassen sich gut auf den eigenen Beobachtungsort übertragen. Wie hoch die theoretisch maximal mögliche Sonnenscheindauer ist, kann man aus der Differenz zwischen Sonnenauf- und -untergangszeit leicht errechnen – diese Werte werden von vielen Wetterstationen zuverlässig angezeigt.



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