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Rückblick auf vergangene Sommer

Nachdem der Sommer 2018 von anhaltender Dürre geprägt war und 2019 zumindest phasenweise große Hitze herrschte, schossen die Spekulationen über den 2020er Sommer schon früh ins Kraut. Amerikanische Forscher, orakelte das auflagenstärkste Boulevardblatt Deutschlands schon im Mai, prophezeiten den heißesten und trockensten Sommer aller Zeiten. Inzwischen sind einige Wochen vergangen und nach einem gebietsweisen richtig nassen und nur leicht zu warmen Juni haben sich die Gemüter schon deutlich abgekühlt.

Anfang Juli: Meist warm aber wechselhaft

Zur weiteren Beruhigung meteorologischer Sensationsjäger dürfte der kommende Juli beitragen, denn er verspricht, ein ziemlich normaler mitteleuropäischer Sommermonat zu werden.
Verursacht wird dies von einer Umstellung der Großwetterlage, die schon in den letzten Junitagen begann: Die atlantische Westwindströmung, im Frühjahr 2020 wochenlang kaum vorhanden, kommt seitdem stetig besser in Schwung und steuert immer neue Tiefdruckgebiete in Richtung Nordsee und Skandinavien.

Auch für den „Siebenschläfer“ in der ersten Julidekade zeigen derzeit alle wichtigen Computermodelle einen ungestörten Fortbestand des derzeitigen Strömungsmusters.
Und damit sind wochenlange Hitze und Trockenheit in diesem Juli kein Thema, es dominiert der früher mal sogenannte „typische deutsche Sommer“. Dabei wechseln sich Keile des Azorenhochs, die für kurze Zeit Wärme und Sonnenschein bringen, mit Tiefausläufern vom Atlantik ab. Auf deren Vorderseite herrscht zunächst noch schwüle Hitze, die dann mit Schauern, Gewittern und böigem Wind ausgeräumt wird. Dahinter wechseln sich Sonne, Wolken und Schauer ab, gelegentlich regnet es auch mal etwas länger.

Bessere Aussichten im Süden

Allerdings ist die Südhälfte Deutschlands dabei deutlich im Vorteil, denn hier können sich Sonnenschein und Warmluft häufiger und länger durchsetzen als im Norden. Dort müssen insbesondere die Urlauber an der Nordseeküste richtig tapfer sein, denn hier bläst sehr oft ein frischer bis starker, gelegentlich sogar stürmischer westlicher Wind. Auch die Temperaturen erklimmen nur selten die 25-Grad-Höhe, womit ein meteorologischer Sommertag erreicht wäre. Die häufigen Schauer sind allerdings nur selten gewittrig, während sich im Süden bei Frontdurchgängen Gewitter bis in den Unwetterbereich entwickeln können.

Welcher Faktor spielt der Luftdruck in der Wettervorhersage?

Die Wechselhaftigkeit der kommenden Wochen lässt sich auch sehr gut im Luftdruckverlauf verfolgen: Während bei stabilen Sommerwetterlagen nur leichte Tagesgangschwankungen zu beobachten sind, bringt ein Westwetterlage deutlich mehr Abwechslung.

Bei fallendem Luftdruck im Vorfeld eines heranziehenden Tiefs werden aus südlicher Richtung schwül-warme Luftmassen herangeführt, in der auch sehr milde Nächte auftreten können. Nach dem Durchgang einer Kaltfront steigt der Luftdruck zwar rasch und deutlich an. In der einfließenden kühlen Meeresluft entstehen aber zunächst noch häufig Schauer und der Wind bleibt lebhaft.
Erst wenn die Luftdruckkurve ihren Scheitelpunkt erreicht hat, dominiert kurze Wetterberuhigung, bald darauf setzt bei fallender Drucktendenz der Kreislauf von Neuem an.


Wetterentwicklungen mit Hilfe eines Barometers bestimmen

Besonders Wetterstationen mit Aufzeichnung des Luftdruckverlaufs ermöglichen so einen genauen Überblick über die Wetterentwicklung; wer Barometer als Einzelinstrumente nutzt, muss dazu schon eine eigene Tabelle anlegen.


Wettertrend für Ende Juli

Während so in den ersten beiden Monatsdekaden nur wenig Variation beim Sommerwetter zu erwarten ist, steigen in der dritten Dekade überall die Chancen auf einige sonnige und heiße Tage hintereinander. Denn dann beginnt der Witterungsregelfall „Hundstage“, der in den allermeisten Jahren die wärmsten Tage des Jahres bringt. Hitzewerte wie sie in diesem Zeitraum 2019 gemessen wurden, sind aber auch dann unwahrscheinlich.



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